Amphibien Alpenkammmolch Triturus carnifex

Goldfische - ein Problem in unseren Gewässern!

Der Alpenkammmolch ( Triturus carnifex )



Alpenkammmolch Triturus carnifex


  • Der größte Molch im Raum Bad Ischl ist der Alpenkammmolch mit einer Länge bis 16 cm. Er hat eine dunkle Oberseite mit großen schwarzen Flecken. An den Flanken sind manchmal kleine weiße Punkte vorhanden. Die Unterseite ist leuchtend gelb bis orange mit großen runden schwarzen Flecken. Die Weibchen haben an der Oberseite meist eine gelbe Mittellinie. Die etwas kleineren Männchen haben zur Fortpflanzungszeit einen hohen gezackten Rückenkamm, der deutlich vom breiten Ruderschwanz abgesetzt ist.
  • Das Vorkommen dieser seltenen Art beschränkt sich auf Italien (deshalb wird er auch als italienischer Kammmolch bezeichnet), kleine Teile der Schweiz und Sloweniens sowie eventuell Berchtesgaden (Deutschland). In Österreich kommt er nur südlich der Donau vor. In Bad Ischl gibt es noch naturnahe Gewässer, die ihm als Laichplatz dienen. Unter anderem auch Gartenteiche.
  • Der Alpenkammmolch ist neben dem Laubfrosch die Amphibienart, für welche ich mich am meisten interessiere.

    Kein Kammmolch

  • Der Alpenkammmolch bevorzugt größere, sonnige, in der offenen Landschaft liegende Weiher, mit viel Unterwasservegetation als Laichgewässer. Allerdings wurden diese Gewässer sehr oft vom Menschen zerstört und zum Beispiel in Ackerland umgewandelt.
  • Ich habe ihn aber auch schon in hoher Stückzahl auf über 1000 Höhenmetern in einem ca. 150 mal 50 m großen, warmen Almsee angetroffen.

    Da es sich hierbei trotzdem um einen fast optimalen Lebensraum für den Alpenkammmolch handelt, folgt eine Beschreibung dieses Gewässers.

    Der Hauptpunkt: Das Gewässer ist temporär.

    (Der See trocknet immer wieder mal aus!)

    Almsee - nach der Schneeschmelze aufgefüllt. Im Spätsommer trocknet er oft aus.

    PunktWindgeschützte, sonnige Lage neben einer Almlandschaft mit Wäldern.
    PunktFast keine menschlichen Gefahrenquellen, wie zum Beispiel Gewässerzerstörung, Pestizideintrag, Überdüngung, Fischbesatz, Straßen, Kanalgitter usw.
    PunktDie Gewässertiefe beträgt nach schneereichen Wintern bis 4m. Alle paar Jahre jedoch trocknet der gesamte See aus. (Meist im Herbst, manchmal aber auch schon viel zu bald) Das bedeutet: Keine Fische, welche nicht nur als schnellere Nahrungskonkurrenten, sondern zum Großteil auch als direkte Freßfeinde gesehen werden müssen. Aber auch die Populationen der anderen wasserlebenden Feinde können sich, nach dem Austrocknen des Gewässers, erst zu langsam wieder aufbauen. (Man findet kaum Libellenlarven oder Gelbrandkäfer.)
    PunktDurch die temporären Eigenschaften dieses Gewässers wurde es zu einem Refugium für einige Amphibienarten. Zu Tausenden schwimmen Bergmolche, Teichmolche und ihre Larven, sowie Millionen von Erdkrötenkaulquappen herum. Ein Paradies für die sehr gefräßigen Alpenkammmolche. In erster Linie werden hier die Kaulquappen erbeutet, aber sonst kann man sagen: "Fressen oder gefressen werden!" Den meisten Tieren - obwohl dick und fett - fehlt zumindest ein Stück des Schwanzes oder auch ein Bein.

    Keine Amphibien

  • In ihre Laichgewässer wandern die Alpenkammmolche bei uns im März oder April ein. Sie verbringen dann den größten Teil des Jahres in ihrem Weiher. Bei Gefahr flüchten sie fischähnlich mit starken Schwanzschlägen und verschwinden unter Bodenpflanzen oder im Mulm.
  • Bald schon beginnen sie mit den interessanten Balzspielen. Hat das Männchen ein Weibchen gefunden, stellt es sich Kopf an Kopf im spitzen Winkel zum Weibchen und macht einen Katzenbuckel. Mit dem Schwanz treibt es nun durch peitschenartiges Wedeln dem Weibchen Duftstoffe zu. Falls sie auf die Werbung eingeht, setzt das Männchen einen Spermaträger ab. Das Weibchen nimmt dann diesen Spermatophor in ihre Kloake auf. Bereits nach wenigen Stunden werden die gelblichen Eier einzeln an Wasserpflanzen geheftet und durch Einfalten der Blätter geschützt.
  • Nach etwa 2 Wochen, abhängig von der Temperatur, verlassen die nun ca. 1 cm großen Larven die Hülle. Die nächste Zeit führen sie ein ziemlich räuberisches Leben. Sie schweben im Wasser und ernähren sich zu einem Großteil von Insektenlarven (z. B. von denen der Stechmücken). Bei großem Hunger werden auch andere Amphibienlarven nicht verschont. 4 Monate später, mit einer Größe von ungefähr 7 cm ist die Metamorphose abgeschloßen und die Tiere verlassen das Gewässer.

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