Die Wortmeldungen der Amphibienlistenteilnehmer vom August 1999

Die Wortmeldungen der Amphibienlistenteilnehmer vom August 1999

#1. Re: Moderlieschen II - von Ingo Brandt
#2. Re: Moderlieschen II - von Dr. Manfred PINTAR
#3. giftiges Sekret? - von Familie Walendzik
#4. Hoehlensalamander - von Holger Buschmann
#5. RE: giftiges Sekret? - von Eike.Amthauer%entferne%@stud.uni-goettingen.de
#6. Kellerwald - von Familie Walendzik
#7. Re: giftiges Sekret? - von Familie Walendzik
#8. Re: giftiges Sekret? - von Ulrike Geise
#9. Re: giftiges Sekret? - von Benedikt Schmidt
#10. Re: Kellerwald - von Copris
#11. AW: giftiges Sekret? - von Astrid Trojan
#12. Re: AW: giftiges Sekret? - von Ulrike Geise
#13. Re: Kellerwald - von Familie Walendzik
#14. Re[2]: Kellerwald - von Dirk Bindmann
#15. Re: Re[2]: Kellerwald - von Familie Walendzik
#16. Re: giftiges Sekret? - von Familie Walendzik
#17. Weibliche Amphibien quaken auch - von Familie Walendzik
#18. RVA-Terraristik NEWS - von RVA-Terraristikseite
#19. Kellerwald - von Klaus P. Scholz
#20. Re: Kellerwald - von Klaus P. Scholz

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#1. Re: Moderlieschen II - von Ingo Brandt
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Date: Mon, 02 Aug 1999 von: Ingo.Brandt%entferne%@t-online.de (Ingo Brandt) Subject: Re: Moderlieschen II Zur Diskussion Verhältnis Fische zu Kaulquappen. Es gibt durchaus reich strukturierte Gewässer in denen größere Fischbestände und eine ausreichende Reproduktionsrate der darin ablaichenden Amphibien nebeneinander möglich sind. Dies hängt ganz entscheidend von der Deckung ab, die das Gewässer den Kaulquappen und z.B. auch Jungfischen gegenüber den Altfischen bietet. Derartige Gewässer sind fast immer pflanzenreich und haben breite, stellen- und zeitweise abtrocknende Flachufer. Gruß Ingo Brandt Eppendorfer Weg 119 20259 Hamburg tel: 040 / 491 29 40 email Ingo.Brandt%entferne%@t-online.de

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#2. Re: Moderlieschen II - von Dr. Manfred PINTAR
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Date: Wed, 4 Aug 1999 von: "Dr. Manfred PINTAR" <pintar%entferne%@edv1.boku.ac.at> Subject: Re: Moderlieschen II >Date sent: Wed, 4 Aug 1999 05:05:49 +0200 >von: Ingo.Brandt%entferne%@t-online.de (Ingo Brandt) >To: Die Amphibienliste <frosch%entferne%@gmx.net> >Subject: Re: Moderlieschen II > > >Zur Diskussion Verhältnis Fische zu Kaulquappen. > >Es gibt durchaus reich strukturierte Gewässer in denen größere >Fischbestände und eine ausreichende Reproduktionsrate der darin >ablaichenden Amphibien nebeneinander möglich sind. Dies hängt ganz >entscheidend von der Deckung ab, die das Gewässer den Kaulquappen und >z.B. auch Jungfischen gegenüber den Altfischen bietet. Derartige >Gewässer sind fast immer pflanzenreich und haben breite, stellen- und >zeitweise abtrocknende Flachufer. > >Gruß > >Ingo Brandt >Eppendorfer Weg 119 >20259 Hamburg >tel: 040 / 491 29 40 >email Ingo.Brandt%entferne%@t-online.de Ich kann das mit einigen Einschraenkungen bestätigen. Ich habe mit einem Fischereibiologen einige Kenntnisse dazu publiziert. Wer Genaueres lesen will hier das Zitat: PINTAR, M & R. SPOLWIND (1998): Moegliche Koexistenz von Fisch- und Amphibienzönosen in Gewaessern der Donauauen westlich Wiens. - Salamandra, Rheinbach 34(2): 137-156. Allerdings glaube ich, dass darueber noch einige Forschung ausstaendig ist. MhG M. Pintar Dr. Manfred PINTAR Institute of Zoology University of Agricultural Sciences Gregor-Mendel-Str. 33 A-1180 Vienna tel: 0043-1-47654-3214 fax: 0043-1-47654-3242 Internet-Page: http://www.boku.ac.at/zoology/

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#3. giftiges Sekret? - von Familie Walendzik
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Date: Thu, 5 Aug 1999 von: "Familie Walendzik" <nc-walendan%entferne%@netcologne.de> Subject: giftiges Sekret? Hallo, mein Freund hat einen ziemlich großen Frosch in seinem Garten. Nachdem er zunächst von einer faustdicken Kröte sprach, konnte seine Frau das Exemplar kurz filmen. Es hatte Platz in seiner Faust, springt und ist somit nach weiteren Beschreibungen eher ein gewöhnlicher Grasfrosch. Nun aber meine Frage. Letztens hatte seine Katze den Frosch im Maul und anschließend hat die Katze sehr stark gespeichelt. Die Frage meines Freundes war jetzt: Könnte der Frosch giftigen Schleim abgesondert haben? Meine Frage dazu: Welche einheimischen Amphibien sondern überhaupt giftige Substanzen ab? Und wie giftig sind diese dann? Ich konnte mir jedenfalls nicht vorstellen, daß es für die Kazte auch nur irgendwie bedrohlich werden könnte. Viele Grüße Michael -- ICQ: 18471174 Familien-homepage: www.netcologne.de/~nc-walendan/

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#4. Hoehlensalamander - von Holger Buschmann
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Date: Sat, 07 Aug 1999 von: Holger Buschmann <buschmann%entferne%@botanik.uni-wuerzburg.de> Subject: Hoehlensalamander Hallo liebe Leute, ein Bekannter von mir sucht dringend Franzoesische Hoehlensalamander (Speleomantes ambrosii). Falls jemand in dieser Liste diese Art haelt oder sogar zuechtet, bitte bei mir melden. Vielen Dank! Holger

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#5. RE: giftiges Sekret? - von Eike.Amthauer%entferne%@stud.uni-goettingen.de
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Date: Mon, 09 Aug 1999 14:16:38 +0200 (MEST) von: Eike.Amthauer%entferne%@stud.uni-goettingen.de Subject: RE: giftiges Sekret? Hallo Michael, also zunächst einmal besitzen alle mir bekannten Amphibien Giftdrüsen in der Haut und sind demzufolge potentiell giftig. Sowohl die Menge als auch die Wirksamkeit des Giftes ist von Art zu Art unterschiedlich. Obwohl der Grasfrosch zu den eher schwach giftigen Arten gehört, ist eine Schleimhautreizung bei der Katze durchaus vorstellbar. Zu den giftigsten Arten in Mitteleuropa gehören meines Wissens alle Kröten, alle Unken, der Feuersalamander und der Kammolch. Eines dieser Tiere in Händen gehalten zu haben und sich anschließend die Augen zu reiben gehört sicherlich zu den bleibenden Erinnerungen eines Herpetologen. Richtig gefährlich werden die Hautgifte der Amphibien aber nur, wenn sie in die Blutbahn gelangen. Todesfälle soll es auch bei Hunden gegeben haben, die einen Feuersalamander verschluckt hatten. Eike

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#6. Kellerwald - von Familie Walendzik
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Date: Mon, 16 Aug 1999 von: "Familie Walendzik" <nc-walendan%entferne%@netcologne.de> Subject: Kellerwald Hallo, ich habe gerade voller Entsetzen von der geplanten Abholzung des Kellerwaldes erfahren. Die hessische CDU plant offenbar die uralten Buchen im Kellerwald abzuholzen und dafuer den Kellerwald nicht wie geplant zum Nationalpark sondern nur zum Naturpark zu machen!! Es gibt eine e-mail-Aktion, um gegen die Abholzung zu protestieren. Für alle die sich beteiligen wollen und noch nähere Infos haben wollen hier die Adresse: http://www.wwf.de/c_aktiv/c_petitionen/c_kellerwald/c_start.html oder eben einfach http://www.wwf.de , es gibt ja dort auch noch einiges anderes Interessantes! Viele Grüße Michael

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#7. Re: giftiges Sekret? - von Familie Walendzik
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Date: Tue, 17 Aug 1999 22:03:45 +0200 von: "Familie Walendzik" <nc-walendan%entferne%@netcologne.de> Subject: Re: giftiges Sekret? Hallo Eike, ich danke Dir für Deine Antwort und bin sehr überrascht. Du schreibst: > Zu den giftigsten Arten in Mitteleuropa gehören meines Wissens alle Kröten, > alle Unken, der Feuersalamander und der Kammolch. Eines dieser Tiere in Händen > gehalten zu haben und sich anschließend die Augen zu reiben gehört sicherlich > zu den bleibenden Erinnerungen eines Herpetologen. Bisher hatte ich nie Probleme, und ich habe sicherlich schon hunderte von Kröten auf der Hand gehabt, um sie über die Straße zu tragen. Aber da habe ich offenbar nur Glück gehabt und die Giftdrüsen unterschätzt. > Richtig gefährlich werden > die Hautgifte der Amphibien aber nur, wenn sie in die Blutbahn gelangen. Gilt das auch für kleine Mengen unserer einheimischen Kröten, die evt. Gift auf verletzte Hautpartien absondern? Dann sollte man wirklich lieber Handschuhe anziehen, um sich davor zu schützen? Ich bin jedenfalls gewarnt. Danke noch mal für die Antwort und viele Grüße Michael -- ICQ: 18471174 Familien-homepage: www.netcologne.de/~nc-walendan/

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#8. Re: giftiges Sekret? - von Ulrike Geise
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Date: Wed, 18 Aug 1999 07:56:01 +0200 von: Ulrike.Geise%entferne%@t-online.de (Ulrike Geise) Subject: Re: giftiges Sekret? Hallo, alles ist relativ; auch die Giftigkeit von Amphibien. Wenn Du bisher keine Auswirkungen der Kröten gespürt hast, brauchst Du Dir wahrscheinlich auch in Zukunft keine Sorgen zu machen. Und normalerweise faßt man sich ja mit Dreckfingern nicht in den Mund oder die Augen..... Noch eine Anmerkung zur Giftigkeit von Feuersalamandern. Dazu gab es einmal eine schreckliche "Forschungs-"arbeit: Zur relativen Genießbarkeit junger Feuersalamander".... Dabei wurden Feuersalamander als Sandwich verpackt an verschiedene Tiere verfüttert. Ich kenne das Ergebnis nicht mehr genau, aber gestorben ist daran keines. Abgesehen davon war der Versuch unrealistisch, da die Tiere die Salamander ohne "Sandwichhülle" nicht gefressen hätten. Ich freue mich jedenfalls immer daran, Amphibien u.a. zu beobachten und ggf. auch in die Hand nehmen zu können. Auch Schüler versuche ich dazu zu überreden - die meisten möchten die Tiere zum Glück auch BEGREIFEN und ich habe noch von keinem gehört, der es nicht vertragen hätte. Viele Grüße Ulrike

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#9. Re: giftiges Sekret? - von Benedikt Schmidt
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Date: Wed, 18 Aug 1999 von: "Benedikt Schmidt" <bschmidt%entferne%@zool.unizh.ch> Subject: Re: giftiges Sekret? >Bisher hatte ich nie Probleme, und ich habe sicherlich schon hunderte >von Kröten auf der Hand gehabt, um sie über die Straße zu tragen. Aber da habe ich >offenbar nur Glück gehabt und die Giftdrüsen unterschätzt. >Gilt das auch für kleine Mengen unserer einheimischen Kröten, die evt. >Gift auf verletzte Hautpartien absondern? Dann sollte man wirklich lieber >Handschuhe anziehen, um sich davor zu schützen? Ich bin jedenfalls gewarnt.. Nur keine übertriebene Angst! Wenn Du bereits hunderte von Kröten über die Strasse getragen hast und nie etwas passiert ist, dann ist das doch eigentlich Beweis genug, dass das Hautgift ungefährlich ist, oder? Vorsichtig sollte man meines Erachtens nur beim Feuersalamander und den Unken sein. Bei diesen Arten lohnt es sich, die Hände zu waschen. Tschüss Benedikt

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#10. Re: Kellerwald - von Copris
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Date: Wed, 18 Aug 1999 16:20:44 +0200 von: copris%entferne%@t-online.de (Copris) Subject: Re: Kellerwald Hallo Michael, die Abholzung des Kellerwaldes ist so ohne weiteres nicht möglich. Es sind dort zahlreiche bedrohte xylobionte Käferarten nachgewiesen worden, u. a. auch der Hirschkäfer. Dieser steht auf dem Anhang II der FFH-Richtlinie. Somit sind alle Lebensstätten dieser Art per EU-Recht geschützt. Weitere Arten der FFH-Anhänge sind beispielsweise Iltis, Wildkatze, Baummarder und Geburtshelferkröte. Zum Schutz des Gebietes erscheint es mir sinnvoll, eine Prüfung auf Biotoptypen nach eben dieser FFH-Richtlinie durchzuführen und die Ergebnisse direkt nach Brüssel zu melden. Dann ist für jeden Eingriff eine Verträglichkeitsprüfung nach EU-Recht durchzuführen, die im Falle des Kellerwaldes mit einem Vollschutz des Gebietes enden dürfte. An weiteren Informationen zu diesem Thema bin ich sehr interessiert, ich kann auch Informationen zum Vorkommen gefährdeter Arten geben. Für weitere Auskünfte, auch für Angaben zur Umsetzung der FFH-Richtlinie, stehe ich unter copris%entferne%@t-online.de zur Verfügung. Beste Grüße Wolfgang

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#11. AW: giftiges Sekret? - von Astrid Trojan
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Date: Thu, 19 Aug 1999 von: Astrid Trojan <a.trojan%entferne%@webbes.de> Subject: AW: giftiges Sekret? Hallo Amphibienfreunde, zu dieser Sache mit den Hautgiften möchte ich mich auch kurz melden: >Nur keine übertriebene Angst! Wenn Du bereits hunderte von Kröten über die >Strasse getragen hast und nie etwas passiert ist, dann ist das doch >eigentlich Beweis genug, dass das Hautgift ungefährlich ist, oder? Das sehe ich auch so. Nach dem Kontakt mit Wildtieren wird wohl niemand auf die Idee kommen und sich die Finger in den Mund stecken... Einfach, weil diese Tiere unter anderen Bedingungen leben als wir. >Vorsichtig sollte man meines Erachtens nur beim Feuersalamander und den >Unken sein. Bei diesen Arten lohnt es sich, die Hände zu waschen. Letztes Jahr entdeckte ich mehrere Gelbbauch-Unken Biotope bei uns im Wald, was mich ungeheuer beeindruckt hat und ich habe diese Tiere natürlich auch angefaßt und bestaunt. Von einer Hautreaktion habe ich dabei nichts bemerkt und auch nicht bei all den hunderten von Kröten, die ich mittlerweile über die Straße getragen habe. Möglicherweise sollten Leute mit ohnehin sehr empfindlicher Haut hier etwas vorsichtiger sein. Stimmt es allerdings, daß Kröten und Frösche sich bei gegenseitigem Hautkontakt schädigen können? (Zum Beispiel, wenn sie zusammen in 1 Eimer über die Straße getragen werden?) Gruß Astrid Trojan

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#12. Re: AW: giftiges Sekret? - von Ulrike Geise
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Date: Thu, 19 Aug 1999 von: Ulrike.Geise%entferne%@t-online.de (Ulrike Geise) Subject: Re: AW: giftiges Sekret? Davon habe ich noch nie etwas gehört, eher davon, daß sich die Menge der Tiere erdrückt/erstickt.... hat. Ulrike Astrid Trojan schrieb: > Stimmt es allerdings, daß Kröten und Frösche sich bei > gegenseitigem Hautkontakt schädigen können? (Zum > Beispiel, wenn sie zusammen in 1 Eimer über die Straße > getragen werden?) > > Gruß > > Astrid Trojan

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#13. Re: Kellerwald - von Familie Walendzik
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Date: Fri, 20 Aug 1999 von: "Familie Walendzik" <nc-walendan%entferne%@netcologne.de> Subject: Re: Kellerwald Hallo Wolfgang und andere Listenteilnehmer, heute bekam ich eine weitere Nachricht vom WWF zum Thema, die ich hiermit nochmal weitergeben möchte: Leider habe ich z.Zt. keine Zeit um mich näher mit dem Thema auseinanderzusetzten und evt. Wolfgangs Vorschläge weiter zu verfolgen (daher diese plumpe Art des Kopierens der Informationen), ich bitte um Nachsicht. Vielleicht solltes Du Dich, Wolfgang, noch mal mit dem WWF, BUND oder anderen Organisationen in Verbindung setzen, damit Deine Anregungen aufgegriffen werden können, falls sie es nicht schon wurden. Viele Grüße Michael -- ICQ: 18471174 Hoffnung fuer die Riesen vom Kellerwald: Ueber 1000 elektronische Protestbriefe an Roland Koch in wenigen Tagen Druck auf hessische Landesregierung gegen Baumfaellerlass waechst Frankfurt am Main, 20.08.1999. Die Kettenbriefaktion des WWF zur Rettung des hessischen Kellerwaldes zieht Kreise. Der Druck auf die Landesregierung, den Einschlagserlass fuer die alten Baumriesen im potenziellen Nationalparkgebiet in Nordhessen zu stoppen, nimmt zu. Nur wenige Tage nach dem Start der Aktion "Rettet die Riesen vom Kellerwald!" am 13. August 1999 haben bereits mehr als 1000 Buerger aus dem gesamten Bundesgebiet auf elektronischem Weg Protestbriefe an den hessischen Ministerpraesidenten Roland Koch geschickt. Sie nutzten dazu die Internet-Seiten der Umweltstiftung WWF-Deutschland (http://www.wwf.de) und versandten vorbereitete E-mails. Inzwischen hat sich auch Bundesumweltminister Juergen Trittin in die Diskussion eingeschaltet. In einem Schreiben an seinen hessischen Ministerkollegen Wilhelm Dietzel fordert er, von einem Einschlag der alten Buchenbestaende abzusehen. In der Vorwoche hatten neben dem WWF auch die Umweltverbaende BUND, NABU, Greenpeace und Robin Wood in einem Offenen Brief an Roland Koch appelliert, den Einschlagerlass seines Forstministers Dietzel zu stoppen. Das einzigartige urspruengliche Kellerwaldgebiet mit seinen 37 Prozent ueber 120 Jahre alten Baumriesen ist einer der letzten Zeugen der fuer Mitteleuropa typischen Buchen-Urwaelder. Wegen seiner herausragenden internationalen Bedeutung wird der WWF die E-Mail-Aktion ueber Deutschland hinaus ausweiten. "Der Kellerwald ist keine Privatangelegenheit der hessischen Landesregierung sondern ein Naturerbe von Weltrang", so der Vorsitzende des Europaeischen WWF-Waldteams, HeikoLiedeker. "Herr Koch steht in der internationalen Verantwortung und muss verhindern, dass sich sein Forstministerium an den alten Buchen vergreift und damit einen moeglichen Nationalpark nachhaltig schaedigt." Wenn Sie auch protestieren moechten: http://www.wwf.de/c_aktiv/c_petitionen/c_kellerwald/c_start.html Weitere Informationen: WWF-Pressestelle, Joern Ehlers, Tel. 069/79144-145 , Fax -116 oder WWF-Waldexperte Heiko Liedeker, Tel. 069/79144-191 Achtung Fotoredaktionen: Fotos von den Baumriesen und den Tieren im Kellerwald erhalten Sie ebenfalls ueber die WWF-Pressestelle. Weitere Informationen unter http://www.wwf.de

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#14. Re[2]: Kellerwald - von Dirk Bindmann
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Date: Sat, 21 Aug 1999 00:08:28 +0200 von: walden%entferne%@t-online.de (Dirk Bindmann) Subject: Re[2]: Kellerwald Am 20.08.1999 schrieb Familie Walendzik <nc-walendan%entferne%@netcologne.de>: > Das einzigartige urspruengliche Kellerwaldgebiet mit seinen 37 Prozent > ueber 120 Jahre alten Baumriesen ist einer der letzten Zeugen der fuer > Mitteleuropa typischen Buchen-Urwaelder. Wegen seiner herausragenden > internationalen Bedeutung > wird der WWF die E-Mail-Aktion ueber Deutschland hinaus ausweiten. > "Der Kellerwald > ist keine Privatangelegenheit der hessischen Landesregierung sondern > ein Naturerbe > von Weltrang", so der Vorsitzende des Europaeischen WWF-Waldteams, > HeikoLiedeker. Ich bin mir bewusst, dass ich nun manchen als böser Bube erscheine, aber nachdem ich mir die WWF-Seite angeschaut habe, kommen bei mir Zweifel auf am Sinn der Protestaktion. Vielleicht ist es vielen, die sich noch nicht mit Forstwirtschaft beschäftigt haben, nicht bewusst: 120 Jahre, das ist das normale Umtriebsalter für Buchen. Es ist also durchaus nicht ungewöhnlich, wenn Buchen in diesem Alter gefällt werden. Ich war zwar noch nie im Kellerwald, aber mir ist der Name im Zusammenhang mit gelungener Plenterwald- wirtschaft ein Begriff. Der Kellerwald ist also kein Urwald, sondern ein Wirtschaftswald. Im Plenterwald ist es notwendig, möglichst jährlich hiebsreife Bäume einzuschlagen. Die Ausweisung eines Plenter- waldes als Nationalpark halte ich für völlig unsinnig, da somit keine Bewirtschaftung mehr möglich ist. Es ist aber notwendig, gerade solche Beispiele der Plenterwaldbewirtschaftung nicht auf- zugeben, denn nur so kann man den Fichtenförstern beweisen, dass naturnahe Waldbewirtschaftung auch ökonomisch lohnend ist. Auf der WWF-Seite ist auch die Rede von Buchen, die bis zu 300 Jahre alt seien. Ich bezweifele aber, ob diese alten Bäume überhaupt gefällt werden sollen. Solche besonders alten Bäume sind sicher einzeln geschützt als Naturdenkmale. Jegliche übertriebene Aufregung dürfte unnötig sein. Herzliche Grüße Dirk

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#15. Re: Re[2]: Kellerwald - von Familie Walendzik
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Date: Sun, 22 Aug 1999 von: "Familie Walendzik" <nc-walendan%entferne%@netcologne.de> Subject: Re: Re[2]: Kellerwald Hallo Dirk, > Ich bin mir bewusst, dass ich nun manchen als böser > Bube erscheine, aber nachdem ich mir die WWF-Seite > angeschaut habe, kommen bei mir Zweifel auf am Sinn > der Protestaktion. Nach Deiner mail empfinde ich meine spontane Teilnahme an der Aktion nun "etwas" voreilig. Ich hätte mich vorher sicher genauer über die Hintergründe informieren sollen und danke Dir für die nun gewonnene differenziertere Sichtweise. > Vielleicht ist es vielen, die > sich noch nicht mit Forstwirtschaft beschäftigt > haben, nicht bewusst: 120 Jahre, das ist das normale > Umtriebsalter für Buchen. Es ist also durchaus nicht > ungewöhnlich, wenn Buchen in diesem Alter gefällt > werden. > > Ich war zwar noch nie im Kellerwald, aber mir ist > der Name im Zusammenhang mit gelungener Plenterwald- > wirtschaft ein Begriff. Mir nicht, und daher habe ich das sicher zu unkritisch unterstützt. Leider hat aber auch nicht immer genügend Zeit sich über alle Hinter- gründe zu informieren und muß dann eben solchen vorgefertigten Protesten, Unterschriftenlisten etc. vertrauen oder eben nicht. > Der Kellerwald ist also kein > Urwald, sondern ein Wirtschaftswald. Im Plenterwald > ist es notwendig, möglichst jährlich hiebsreife > Bäume einzuschlagen. Die Ausweisung eines Plenter- > waldes als Nationalpark halte ich für völlig > unsinnig, da somit keine Bewirtschaftung mehr > möglich ist. Das weiß ich nicht, ob sich das wirklich ausschließt. Zudem vermute ich, daß nicht der Plenterwald alleine für das Kriterium Nationalpark gesorgt hat. Es ist, nach Deiner e-mail zu urteilen - wohl enicht das geschickteste Argument um die Ausweisung zu fördern. Wenn ich das posting von Wolfgang (copris) lese, spricht sicherlich einiges für eine Ausweiung als Nationalpark, nur wohl nicht unbedingt der "Plenterwald" sondern der Kellerwald mit seinen vielfältigen Biotoptypen und Arten (lt. Wolfgang z.B. eben Iltis, Wildkatze, Baummarder und Geburtshelferkröte). > Es ist aber notwendig, gerade solche > Beispiele der Plenterwaldbewirtschaftung nicht auf- > zugeben, denn nur so kann man den Fichtenförstern > beweisen, dass naturnahe Waldbewirtschaftung auch > ökonomisch lohnend ist. Ich denke da sprichst Du ein wichtiges Dilemma des Naturschutzes an. Und man muß sicherlich genau im Einzelfall abwägen, was man schützen und erreichen will. > Auf der WWF-Seite ist auch die Rede von Buchen, die > bis zu 300 Jahre alt seien. Ich bezweifele aber, ob > diese alten Bäume überhaupt gefällt werden sollen. > Solche besonders alten Bäume sind sicher einzeln > geschützt als Naturdenkmale. Jegliche übertriebene > Aufregung dürfte unnötig sein. Das kann ich nur hoffen. Aber da rege ich mich lieber im Vorfeld unnütz auf, als das ich im Nachhinein den Baum beweine und evt. einen Tümpel als Ausgleich für die "versehentlich gefällte 300- jährige Buche" hinnehmen muß. Die Behörden sind da leider unbe- rechenbar und haben nicht auf allen Ebenen (z.B. beim Holzfäller) gleichmäßig sensibel geschultes Personal. Danke für Deine Anregung, Viele Grüße Michael -- ICQ: 18471174

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#16. Re: giftiges Sekret? - von Familie Walendzik
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Date: Sun, 22 Aug 1999 von: "Familie Walendzik" <nc-walendan%entferne%@netcologne.de> Subject: Re: giftiges Sekret? Hallo, Vielen Dank nochmals an alle, die mir gantwortet haben, ich habe wieder einiges dazugelernt. Viele Grüße Michael -- ICQ: 18471174

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#17. Weibliche Amphibien quaken auch - von Familie Walendzik
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Date: Tue, 31 Aug 1999 von: "Familie Walendzik" <nc-walendan%entferne%@netcologne.de> Subject: Weibliche Amphibien quaken auch Hallo, diese Meldung habe ich gerade im service Wissenschaft gelesen und dachte, sie könnte doch den ein oder anderen interessieren. Viele Grüße Michael ------------------hier beginnt die Meldung----------------------------------------- Froschweibchen quaken auch Auf der 17. Internationalen Ethologie-Konferenz in Bangalore, Indien, präsentierte Debjani Roy, Expertin für Herpetologie Erstaunliches: Ihre Forschungsgruppe von der North Eastern Hill University in Shillong, Indien, fand heraus, daß auch weibliche Frösche am "Paarungsfroschkonzert" beteiligt sind. Die bisher gängige Meinung in der Fachwelt lautete, daß weibliche Frösche den stillen Zuhörerpart übernehmen, während sich die Männchen beim Werberitual an lauten Rufen zu übertreffen versuchen. Zunächst hatten die Wissenschaftler bei ihren Beobachtungen im Nordosten Indiens nur Froschrufe analysieren wollen. Sie wollten dadurch einen weiteren Weg finden, Froscharten leichter zu unterscheiden. Doch diesmal entschieden sich die Forscher, auch den Weibchen mehr Aufmerksamkeit zu zollen. Sie positionierten Mikrofone nahe an den Tieren, um deren Quaken aufzunehmen. Ergebnis: Bei drei Froscharten antworteten die Weibchen auf das "Werbegebrüll" der Männer mit schwachen, tieftönenden Rufen. Die Seltenheit der weiblichen Rufe könnte ein Grund dafür sein, daß sie bisher nicht wahrgenommen wurden. Von 148 Nächten waren in jeder Nacht männliche Rufe zu hören, die Weibchen erhoben ihre leisen Stimmen nur in 15 Nächten. (wsa990831irs1) Autor: Iris Schaper Quelle: DailyInscight

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#18. RVA-Terraristik NEWS - von RVA-Terraristikseite
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Date: Sun, 29 Aug 1999 von: RVA-Terraristikseite <reptilienverein-austria%entferne%@netway.at> Subject: RVA-Terraristik NEWS RVA-Terraristikseite: http://www.RVA.here.de Neu: Tierärzte Liste von Österreich und Deutschland Milben und der Behandlung versch. Produkte wie Blattanex,Neguvon,Vet-KEM-Ovitrol usw. und deren Anwendung!! Kleinanzeigenfolder für: Reptilien (Biete,Suche) Insekten und Amphibien und Spinnen, Mailinglisten wie: IGF,Iguana Net und viele mehr!!! Züchterliste(sie sind Züchter tragen sie sich bei uns ein), Börsentermin selbsteintrag, Zuchtbericht: Poecilotheria ornata, Suchen: Kleinanzeigen,Börsentermine,Haltungs und Zuchtberichte von Reptilien, Adressen von Tierärzten mit Reptilienerfahrung ************************************************************* RVA-Terraristikseite: Alles über das faszinierende Hobby Terraristik! hinterlassen Sie uns eine Eintrag in unserem Gästebuch, wie Ihnen unsere Seite gefällt! oder geben Sie uns Tips was noch auf unserer Seite fehlt. *************************************************************

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#19. Kellerwald - von Klaus P. Scholz
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Date: Mon, 30 Aug 1999 von: klaus.p.scholz%entferne%@t-online.de (Klaus P. Scholz) Subject: Kellerwald Hallo! Nur eine kurze Info für alle, die sich für den Kellerwald interessieren: Es gibt eine zweite e-Mail-Aktion. Mehr beim wwf unter: http://www.wwf.de/c_aktiv/c_petitionen/c_kellerwald/c_start.html Grüße aus Korbach

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#20. Re: Kellerwald - von Klaus P. Scholz
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Date: Thu, 26 Aug 1999 von: klaus.p.scholz%entferne%@t-online.de (Klaus P. Scholz) Subject: Re: Kellerwald Hallo zusammen, über die rege diskussion zum Thema Kellerwald in der Amphibienliste bin ich freudig überrascht!! Neben meinem Interesse an Amphibien engagiere ich mich schon seit Jahren als 2. Vors. beim Verein "Pro Nationalpark Kellerwald". Das geplante (hoffentlich!) Nationalparkgebiet kenne ich von zahllosen Wanderungen recht gut. Wer als genaue Infos haben möchte, möge sich direkt an mich wenden. Kurz einige wichtige Infos für alle Interessierten: - Das geplante Nationalparkgebiet umfaßt nicht den ganzen Kellerwald, sondern nur den nördlichen Teil (5724 ha). Es ist heute Waldschutzgebiet und als FFH Gebiet gemeldet. - Das Besondere ist ein etwa 3 mal so hoher Altholzanteil (über 140 Jahre) im Vergleich zu Durchschnittsforsten bei einem Laubholzanteil von über 70%. - Der hohe Altholzanteil ist auf eine Jahrhunderte andauernde Nutzung als Jagdgebiet (Hofjagd, Staatsjagd bis heute) bei weitgehendem Nutzungsverzicht bei den Buchen zurückzuführen. Es ist Kein Plenterwald, eine Nutzung würde die besonderen Qualitäten erheblich mindern. - Es ist richtig, daß die normale Umtriebszeit ca. 120 Jahre dauert. Deshalb ist der Kellerwald ja so besonders. Hier sind große Bestände einfach sehr viel älter. Eine Buche kann leicht 350 Jahre werden, 120 ist also noch jung! - Auch die alten Buchen sind bedroht, denn sie sind sehr dick und langschäftig - also für den Wertholzplatz bestimmt. Die sollen Geld bringen! - Die tierwelt dieses unzerschnittenen großen Waldes ist noch nicht gut erforscht. bei den Vögeln weiß man, daß die komplette europäische Urwald - Avifauna vertreten ist ( Uhu, Hohltaube, Schwarzstorch, Dohle (Naturbruten!!!), Kolkrabe, ..........Schwarzspecht usw.....). Bei den Insekten kündigen sich sensationelle Ergebnisse an (besonders holzbewohnende Käfer!). Bei den Amphibien ist noch einiges zu untersuchen, aber gute Feuersalamander - Populationen, Geburtshelferkröte, Erdkröte, Bergmolch und Fadenmolch sind sicher nachgewiesen. Grüße aus Korbach Klaus P. Scholz

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