Die Wortmeldungen der Amphibienlistenteilnehmer vom Dezember 2000

#1. Sylvesterparty! - von Markus Schmalwieser
#2. Re: Amphibien und Herbizide - von M. Kyek
#3. Re: Kreuzkrötennachwuchs - von meteor
#4. Kreuzkrötennachwuchs - von Paul Veenvliet
#5. Kreuzkrötennachwuchs - von Hans-Joachim Scheckeler
#6. FW: Amphibien und Pestizide - von Benedikt Schmidt

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#1. sylvesterparty! - von Markus Schmalwieser
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Date: Tue, 12 Dec 2000 From: Markus Schmalwieser <a8805953%entferne%@unet.univie.ac.at> Subject: Sylvesterparty! Liebe Leute, wir haben vor kurzem einen Verein namens Flora vista infinita gegründet, der sich mit der Erstellung einer Computerflora sowie der Erforschung und Verbreitung ökologischen Wissens beschäftigt. Wir würden uns sehr freuen Euch bei uns in Stopfenreuth begrüßen zu dürfen. Darum unsere Bitte: Schickt dieser Mail weiter, oder hängt das Plakat im Attachment aus. Vielen Dank, und vielleicht sehen wir uns ja zu Silvester.... Wolfgang und Markus Einladung zur Silvester Party im Nationalpark Donauauen Der Verein Flora vista gibt sich die Ehre zu seiner Eröffnungsveranstaltung zu laden. Herzlich willkommen sind alle Naturbegeisterten. Wir bieten die Möglichkeit, in einigen Tagen die Donauauen etwas näher kennen zu lernen, andererseits freuen wir uns auch über Gäste, die lediglich zur Silvesterparty zu kommen. Programm: 30.12.00: Anreise bis Mittag 14.00: Exkursion in die Donauauen 1 17.00:Glühweinjause 19.00: Diavortrag "Flora der Donauauen" 20.00: Hüttenabend 31.12.00 Frühmorgens: erfrischendes Baden im Donaualtarm anschließend herzhafter Brunch bis Mittag 13.00: Exkursion in die Donauauen 2 16.00: "International Cooking", Gäste sind herzlich eingeladen, ihr Lieblingsgericht zuzubereiten 20.00: Überaschungs-Event Feiern bis zum frühen Morgen (Surfer-Bar, Buffet und laute Musik) 00.00: Feuerwerk, Bleigießen, Donauwalzer.... 1.1.00 Morgenbad in der Donau (Hauptstrom), anschließend Katerfrühstück 13.00: zeremonielle Vereinseröffnung, Ballonpost Danach: gemütlicher Ausklang (Open End) Um baldige Anmeldung wird gebeten unter office%entferne%@floravista.at. Weitere Informationen unter www.floravista.at. Übernachtungsmöglichkeiten mit Schlafsack vorhanden. Unkostenbeitrag für drei Tage (inkl. Verpflegung): 55 Euro. Die Teilnahme am Silvesterfest ist kostenlos. Getränke sind nicht im Preis inbegriffen. Verein Flora vista infinita A-2292 Stopfenreuth 37 Austria

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#2. Re: Amphibien und Herbizide - from M. Kyek
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Date: Wed, 13 Dec 2000 From: M. Kyek <mkyek%entferne%@gmx.at> Subject: Re: Amphibien und Herbizide Hallo Johannes, Frau Dr. Britta Grillitsch an der Uni für Vetereinärmedizin hat sich meines wissens mit dem Thema auseinandergesetzt. britta.grillitsch%entferne%@vu-wien.ac.at schöne Feiertage Martin

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#3. Kreuzkrötennachwuchs - from meteor
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Date: Thu, 14 Dec 2000 From: "meteor" <meteor%entferne%@utanet.at> Subject: Re: AW: Kreuzkrötennachwuchs Hallo! Ich war jetzt einige Wochen nicht zu Hause, deshalb kommt mein Beitrag auch so spät. Aber mit geht es um grundsätzliche Fragen. Natürlich wäre es am besten, wenn niemand in die Natur eingreifen würde. Aber das ist schon lange passiert. Viele Feuchtwiesen wurden entwässert, Teiche zugeschüttet, Straßen gebaut, Wasser verschmutzt, Lebensräume zerstört oder verändert und vieles mehr. Wenn wir also "nicht eingreifen" heißt das, dass wir Tieren zwar schaden, aber ihnen nicht zum Ausgleich auch manchmal helfen dürfen? Und natürlich wäre es auch besser ihre Lebensräume zu erhalten, aber das liegt nicht immer in unserer Hand. Ich selbst habe schon lange das Ziel, verlorene Lebensraüme wieder zurückzugeben. Im eigenen Garten habe ich das auch schon geschafft, doch leider muss ich noch einige Zeit sparen um die geeigneten Stellen kaufen zu können. Auf die jetzigen Eigentümern kann ich sicher nicht zählen, da sie erst vor wenigen Jahren alles zerstört haben. Also tue ich alles was ich kann, damit die Populationen diese Zeit überleben. Dazu gehört auch, dass ich Kaulquappen aus den Pfützen fische, wenn diese austrocken (besonders Kaulquappen der Gelbbauchunke und der Wechselkröte). Dann kommen sie in ein eigenes sandiges Becken in meinen Garten. Ich weiß, es wäre besser sie nicht an einen anderen Ort zu bringen, aber die Pfützen immer wieder mit Wasser aufzufüllen funktioniert nicht , ich habs probiert. Über dieses Thema habe ich schon viele Diskussionen geführt und viele finden es nicht richtig, was ich tue. Jetzt würde mich interessieren, was die dazu sagen, die selber verrückt nach Amphibien sind. Ich freu mich auf Eure Antworten Monika

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#4. Kreuzkrötennachwuchs - from Paul Veenvliet
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Date: Fri, 15 Dec 2000 From: "Paul Veenvliet" <p.veenvliet%entferne%@planet.nl> Subject: Re: AW: Kreuzkrötennachwuchs Dear all, I'll give a reaction in English, hope that most of you can read it. I read Deutsch without problems but write much faster (and with less mistakes) in English. It is for sure a difficult problem. Helping a population or not. The first I think that should be realised is that it does not make much sense to think on the level of 'individual animals'. When thinking about individual animals whe should keep every individual lifelong in a terrarium: in nature maybe 3 % of the tadpoles survives to metamorphosis. And maybe 20 % of those survive the next year. If we want, we can keep most of those individuals alife for many years but why should we? There are some reasons why for instance B. calamita lays thousands of eggs... So that tadpoles die is NORMAL. Also, species like Bombina variegata & Bufo calamita are specialised to lay eggs in very shallow, temporary water. This way they avoid competition with other amphibians and they avoid predators (aquatic insects). The risk they have is that the pond dries before they come to land. Then all tadpoles die. However, both species have a long breeding season and there are more chances each year. And if not this year, then next year will do. In a way, they are gamblers. So that every now and then all tadpoles die because of drying out of their pond is also NORMAL. However, it is also true that we have altered the natural environment a lot and only few of the breeding places for exactly these species are left. Small populations are isolated. When they die out it is questionably if the species can recolonise the area. So what to do? Maybe the following questions should be asked: - if a cohort (age-group) of tadpoles dies: are there other cohorts that succeed, maybe last year, maybe earlier/later in the season? Even several years of no breeding success is NORMAL, but the population has to be large enough to stand this. Large fluctuations in numbers are also NORMAL. - are there any chances for future restoration/management of the site? - are there populations of the species nearby? - are animals that lived in captivity for a while still suitable to be released? - are there other wild populations where animals can be taken and immediately released if the site becomes more suitable in the future? - does a small number (4?) make any sense when the normal annual mortality is considered? To be honest I am very much against captive rearing for 'nature protection purposes' but there are some situations where this can be a usefull tool to temporarily manage a population until the situation has improved. Without active management of the site it does not make any sense at all. So the wise thing to do is -maybe together with regional nature protection groups- to contact the land owner and see what you can do. When it is explained that something very rare and nice is living on his/her area, maybe there are possibilities? Considering that Germany has an active herpetological community that tries to protect the populations of species like these, I would not be surprised if there are people already doing exactly this. And maybe those people can use some extra help? Hope this is of any use to you, maybe someone can translate it? Paul Veenvliet herpetologist & illustrator Holland PS, yes, amphibans are an important reason to live for, at least for me.

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#5. Kreuzkrötennachwuchs - from Hans-Joachim Scheckeler
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Date: Fri, 15 Dec 2000 From: "Hans-Joachim Scheckeler" <Ha-Jo.Scheckeler%entferne%@gmx.de> Subject: Re: AW: Kreuzkrötennachwuchs Hallo, liebe Amphibienfreunde, jetzt will ich auch noch etwas zu diesem Thema sagen, da es mich schon seit etwa 30 Jahren beschäftigt. Ich bin Biologe und häufig im gutachterlichen Bereich mit Fragen des Amphibienschutzes befasst. Nebenbei leite ich das Erhaltungszuchtprojekt "Europäische Amphibien" der DGHT Anuren AG. Um gleich Mißverständnissen vorzubeugen: Bei den Amphibien, mit denen wir arbeiten, handelt es sich um legale und behördlich gemeldete Terrarienbestände (Wer an Mitarbeit und Projektunterlagen interessiert ist, der möge sich bitte melden). Bei der Frage, ob man Kaulquappen aus der austrocknenden Pfütze retten und sie früher oder später in der Nähe wieder rauslassen soll, gibt es 2 Antworten. 1. Eine offizielle: Nach der Bundesartenschutzverordnung ist es verboten, Amphibien und ihre Stadien aus den Lebensräumen zu entnehmen oder auszusetzen. Danach müsst ihr sie also vertrocknen lassen oder rechtzeitig einen Ausnahmeantrag stellen (bei austrocknenden Pfützen fast unmöglich). Der Grund für diese restriktive Gesetzgebung ist die (leider nicht unbegründete) Befürchtung, daß Tierhändler die Bestände plündern und die Amphibien dann verhökern. Da eine austrocknende Pfütze für diese Herrschaften immer eine willkommene Ausrede wäre, ist es nun halt für alle verboten, beispielsweise auch für Lehrer, die in der Schule mit ihren Kindern gerne Kaulquappen aufziehen würden. 2. Eine ökologische: Wenn die geretteten Amphibien in einen geeigneten Biotop in der Nähe umgesiedelt werden, ist es zumindest relativ unwahrscheinlich, daß man Schaden anrichtet. Man sollte allerdings darauf achten, daß der Biotop nicht ohnehin schon dicht bevölkert ist, da man sonst die Konkurrenzsituation dort verschärft. Ob die Maßnahme den Beständen nutzt, ist allerdings auch nicht sicher und vom Einzelfall abhängig. In Monikas Fall, und das wird im folgenden noch deutlicher werden, ist es auf jeden Fall gut, wenn die im Gebiet vorhandenen Amphibien unterstützt und erhalten werden, bis sich ihre Lebensraumsituation wieder bessert. Wenn sie erst mal weg sind, ist es zu spät. Eine Wiederbesiedlung von außerhalb ist heute besonders bei den selteneren Arten vielerorts nicht mehr sichergestellt, da die Populationen stark verinseln. Die Frage der Wiedereinbürgerung von Tieren aus Nachzuchten in menschlicher Obhut wird schon lange kontrovers diskutiert. Die wichtigsten Argumente gegen solche Aktivitäten sind: 1.Genetische Verfälschung der noch vorhandenen Wildpopulationen, da die Zuchttiere oftmals aus anderen Regionen kommen oder die Herkunft nicht zu klären ist. Auch kann bei einer Nachzucht im Terrarium über mehrere Generationen eine genetische Verarmung bzw. Selektion z.B. auf besonders leichte Züchtbarkeit unter Terrarienbedingungen nicht ausgeschlossen werden. Dies ist z.B. bei Aquarienfischen regelmäßig zu beobachten (Prominentes Beispiel: Diskus). 2.Erfolgreiche Wiederansiedlungsaktionen, möglichst noch öffentlichkeitswirksam inszeniert, erzeugen bei der öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern das Bild der "Machbarkeit" von Naturschutz praktisch aus dem Nichts. Es liefert Argumentationshilfen für Biotopzerstörungen, da man ja auf der anderen Seite die verlorenen Arten wieder in einen Ersatzbiotop "hineinzüchten" kann. Daher sollten wir Verständnis dafür haben, daß der offizielle behördliche Naturschutz für die Entnahmen und das Einbringen von Tieren sehr restriktive Gesetze erlassen hat und Anträgen für offizielle Auswilderungs- und Ansiedlungsaktionen großenteils ablehnend begegnet. Aus diesen Sachverhalten habe ich für das Erhaltungzuchtprojekt folgende Konsequenzen gezogen: 1. Die Sicherung, Vermehrung und Vernetzung von Lebensräumen für noch existierende Populationen hat in jedem Fall Vorrang vor Ansiedlungsaktionen. 2. Es gibt begründete Ausnahmefälle, in denen Ansiedlungsmaßnahmen erwogen werden können. Diese liegen dann vor, wenn eine Population ausgestorben ist, die Gründe für das Aussterben, sofern sie bekannt sind, nicht mehr bestehen und eine natürliche Wiederbesiedlung der Lebensräume nicht mehr möglich ist, meist aufgrund geografischer Isolierung. Ein Beispiel dafür ist das Würfelnatter-Projekt bei Dresden. 3. Bevor ein solches Projekt initiiert wird, muss wissenschaftlich geklärt werden, ob ein solcher begründeter Ausnahmefall vorliegt, welche förderlichen vorbereitenden oder flankierenden Maßnahmen getroffen werden müssen und wie bei der Beschaffung von Aussetzungstieren vorgegangen wird. Natürlich müssen alle solche Maßnahmen mit den zuständigen Behörden abgestimmt und von ihnen genehmigt werden. 4. Liegt ein begründeter Ausnahmefall vor, sollten für Aussetzungsmaßnahmen nur Tiere verwendet werden, deren Herkunftsort möglichst nahe am Projektgebiet liegt. Oft würden die noch vorhandenen Populationen schwerlich die Entnahme von größeren Mengen an Besatztieren ertragen, so daß im Fall der Amphibien eine Entnahme und Aufzucht von 50-100 Larven (wer hier Bedenken hat, möge sich den Tagesbedarf einer Gelbrandkäfer- oder Libellenlarve vor Augen halten) und eine zwischengeschaltete Vermehrung dieser Tiere über 1 Generation im Terrarium sinnvoll erscheint. Die logistischen Grundlagen und das Know-how dafür bereitzustellen ist eine der Aufgaben unseres Projekts. Ich möchte nochmals betonen, daß auch ich es für wesentlich sinnvoller, weniger aufwendig und daher vordringlich halte, noch vorhandene Bestände zu sichern. Andererseits könnten angesichts des weiterhin zu beobachtenden Rückgangs unserer Amphibienbestände solche begründeten Ausnahmen wirklich einmal häufiger werden. Dann ist es besser, wenn das Know-how und die Logistik schon vorhanden sind und wir nicht, wie bei solchen Dingen häufig, viel zu spät damit anfangen. Ich stehe gerne für eine kritische Diskussion dieser Ansätze zur Verfügung und hoffe auf große Resonanz. Allen wünsche ich eine besinnliche Weihnachtszeit und viele überwiegend erfreuliche Erlebnisse mit den Amphibien, wenn´s wieder losgeht. Ha-Jo Scheckeler

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#6. FW: Amphibien und Pestizide - von Benedikt Schmidt
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Date: Mon, 18 Dec 2000 von: "Benedikt Schmidt" <bschmidt%entferne%@zool.unizh.ch> Subject: FW: Amphibien und Pestizide Hier eine aktuelle Meldung auf der Wissenschaftszeitschrift SCIENCE zum Thema Amphibien und Pestizide: "Frogs and other amphibians have hit hard times in the past decade or two: Their populations are down worldwide. Explanations abound, but now a team of researchers thinks they have new evidence that one culprit, pesticides, might be harming the critters. Unexpectedly high numbers of frogs in some of California's national parks, the researchers report, have pesticides in their bodies. The pesticides, diazinon and chlorpyrifos, are commonly used for agriculture and in household bug sprays. Neither is used much in the national parks along California's Sierra Nevada mountain range, but prevailing winds blow the chemicals into the mountains from California's Central Valley, which is heavily agricultural. To find out whether pesticides are taken up by amphibians even in relatively pristine areas, a team led by wildlife biologist Donald Sparling of the U.S.. Geological Survey in Laurel, Maryland, tested Pacific treefrogs in several national parks. More than 50% of the frogs in Yosemite National Park and 15% of those in Sequoia National Park and the Lake Tahoe area had diazinon in their tissue, the researchers will report in the February issue of Environmental Toxicology and Chemistry. In contrast, no diazinon was found in frogs on the coast or at Lassen Volcanic National Park, areas that lie upwind of agricultural areas. Chlorpyrifos was more widespread, present in around 18% of Yosemite, Sequoia, and Tahoe frogs, compared with 10% of coastal and Lassen frogs. Pacific treefrogs remain abundant, but Sparling says the frogs serve as a sentinel species for threatened or endangered amphibians in the Sierras. But not all biologists are comfortable with drawing a connection between the pesticides and dwindling populations: "They're not looking at any declining species," says ecologist Carlos Davidson of California State University, Sacramento. But Davidson says that the new study provides site-by-site pesticide data for the first time and gives "a strong heads up that says we need to look at this issue a whole lot more than we have." Mehr dazu auf dieser Internet-Seite: http://sciencenow.sciencemag.org/cgi/content/full/2000/1213/4?ck=nck MfG Benedikt Benedikt Schmidt Zoologisches Institut University of Zurich Winterthurerstrasse 190 CH-8057 Zürich Schweiz - Switzerland 0 0 Tel. ++41 (0)1 635 4982 ( -- ) Fax. ++41 (0)1 635 6821 /\( )/\ bschmidt%entferne%@zool.unizh.ch ^^ ^^ ^^ ^^ http://www.unizh.ch/~bschmidt/ El silencio es tal vez el sonido mas fuerte que podemos escuchar. Si las ranas dejan de cantar, el hombre sabra que ha perdido a uno de sus hermanos.

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