Die Wortmeldungen der Amphibienlistenteilnehmer vom September 2001

#1. Wintersicherung - von Markus Schmalwieser
#2. Re: Wintersicherung - von Burkhard Thiesmeier
#3. Re: Wintersicherung - Froschwintergarten
#4. Re: Wintersicherung - von Hans-Joachim Scheckeler

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#1. Wintersicherung - von Markus Schmalwieser
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Date: Mon, 17 Sep 2001 von: Markus Schmalwieser <a8805953%entferne%@unet.univie.ac.at> Subject: Wintersicherung Liebe Leute! Ich beschäftige mich gerade mit Anlage und Pflege von Gartenteichen. Nun meine Frage: welche Vorkehrungen für die überwinterung von Amphibien sind nötig, bzw. was ist zu unterlassen. wo überwintern die einzelnen Arten. Um Tips zum Thema bzw. Verweise zu bestehenden Homepages etc. wäre ich Euch sehr dankbar. Beste Grüße Markus Schmalwieser

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#2. Re: Wintersicherung - von Burkhard Thiesmeier
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Date: Tue, 18 Sep 2001 von: Burkhard Thiesmeier <thiesmeier%entferne%@cityweb.de> Subject: Re: Wintersicherung Derartige Infos lassen sich nur aus spezielleren Werken ziehen, z. B. aus dem Band von Günther, R (Hrsg.) (1996): Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. Fischer-Verlag, Jena. Ein erster Einstieg ist das kürzlich im Natur und Tier Verlag (Münster) erschienene Heft: Einheimische Amphibien (mit 16,80 DM deutlich preiswerter als das obige Buch). Viele Grüße B.T. -- Absender: Dr. Burkhard Thiesmeier http://www.laurenti.de Am Born 11 D-44894 Bochum Tel.: 0234/309309 Fax: 0234/309312 E-Mail: thiesmeier%entferne%@cityweb.de

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#3. Re: Wintersicherung - Froschwintergarten
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Date: Tue, 18 Sep 2001 Subject: Re: Wintersicherung - Froschwintergarten Hallo Markus, liebe Amphibienliste, Für meine Amphibien habe ich einen eigenen Froschwintergarten in einem aufgelassenen Sickerschacht errichtet: über einen Erdtunnel mit Laubverschluß können sie in eine ca1m tiefe Höhle kriechen, die mit Sand und einem Höhlenwasser ca.1.5m tief ausgestattet ist. Der Sickerschacht ist mit einer Isolierglasplatte zur Belichtung abgedeckt. Aus den alten Versickerungsrohren (30-40cm dick) dringt ständig kühle und sehr feuchte Luft ein, sodaß ein subtropisches Klima entsteht, im Winter ca 6-12C, im Sommer unter Sonneneinwirkung auch 40-50 C. Im Prinzip könnte jeder Brunnen mit oberflächennahem Wasserstand zu einem Winterquartier für Amphibien umgebaut werden. Was ist Eure Meinung?

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#4. Re: Wintersicherung - von Hans-Joachim Scheckeler
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Date: Mon, 24 Sep 2001 von: "Hans-Joachim Scheckeler" <Ha-Jo.Scheckeler%entferne%@gmx.de> Subject: Re: Wintersicherung Hallo Markus, es würde jetzt zu weit führen, alles Bekannte über die überwinterungsgewohnheiten der Amphibien aufzulisten. Grundsätzlich gibt es 2 Formen der überwinterung: 1. Unter Wasser im Bodenschlamm: Bedeutende Anteile der meisten Gras-, Teich- und Seefroschpopulationen, mancherorts auch der Kammmolche, seltener auch weitere Arten. Logischerweise sollten Winterquartiere für diese Arten nicht bis zum Gewässergrund durchfrieren und der Sauerstoffgehalt auch bei längerer Unterbindung des Nachschubs aus der Atmosphäre (diffusionshemmende Eisschicht) nicht zu nahe an den Nullpunkt gehen. Das bedeutet, daß Tümpel üblicherweise an der tiefsten Stelle mindestens ca. 1 m tief sein müssen, wenn sie sichere überwinterungen garantieren sollen. Außerdem sollte sich am Bodengrund nicht zu viel Pflanzenmaterial zersetzen, ein Vorgang, der eine starke Sauerstoffzehrung nach sich zieht. Daher sollte man bei starkem Pflanzenwachstum einen größeren Teil der Wasserpflanzenvegetation am besten im Herbst aus dem Teich entfernen, bevor sich die Pflanzen anfangen zu zersetzen. Achtung: Die Pflanzen nicht gleich auf den Kompost werfen, sondern vorher noch 1-2 Tage am Ufer liegen lassen, damit Wassertiere zurück in den Teich wandern können. Außerdem ist es sehr ungünstig wenn der Teich/Tümpel sich unter Bäumen befindet, da Fallaub ebenfalls bei der Zersetzung im Wasser zu starker Sauerstoffzehrung führt. Zusätzlich kann man auch bei dicker Eisschicht eine gewisse Sauerstoffdiffusion aufrechterhalten, wenn man ein Bündel geschnittenes Schilfrohr ins Wasser stellt. Es gibt auch im Teichzubehörhandel Eisfreihalter. Ein Stück dickes Styropor auf der Wasseroberfläche erfüllt auch sehr gute Zwecke. übrigens gibt es auch draußen "in der Natur" in härteren Wintern häufig überwinterungsverluste bei den im Wasser überwinternden Amphibien. Dort kümmert sich ja meist niemand um Wassertiefe, Bodengrund oder Fallaub... Achtung: Nicht jeder Amphibientümpel sollte überwinterungsgeeignet sein. Will man beispielsweise Wechselkröten, Kreuzkröten oder Gelbbauchunken ein Laichgewässer bieten, sollte es nicht tiefer als 30 cm sein, um sich optimal erwärmen und gelegentlich austrocknen zu können. Beides ist für die genannten Arten sehr wichtig bzw. förderlich. Am besten legt man nach Möglichkeit mehrere Tümpel an und gestaltet nur einen Teil überwinterungsgerecht. 2. überwinterung in frostfreien Winterquartieren an Land. An Land überwinternde Amphibien brauchen lockeren Boden, um sich eingraben zu können oder größere Haufen aus Steinen mit Lockermaterial. Auch Haufen aus moderndem Holz oder Komposthäufen werden öfter angenommen. Man kann auch auf Nummer Sicher gehen und eine überwinterungsgrube anlegen. Die Grube wird ca. 80 cm tief ausgebuddelt und anschließend mit einem Gemisch aus groben Steinen, Rinde (kein Nadelholz-Rindenmulch, zu sauer!), Holzstücken, Fallaub und Erde locker wieder so gefüllt, daß es über dem Rand noch einen kleinen Haufen gibt. Man kann dann noch oben locker breite Holzbretter drauflegen. Ich hoffe, daß ich Dir genügend Infos geben konnte, Ha-Jo

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